Eröffnungsfeier Z&S China

Nach 1 ¾ Jahren schwerer Arbeit, mit einiger Verzoegerung, aber immer noch im Zeitplan, ist es endlich soweit: Zschimmer & Schwarz China feiert seine offizielle Eroeffnung in Datang, Provinz Foshan, 45 Autominuten noerdlich von Guangzhou.

Fruehmorgens giesst es in Stroemen, Beginn der Veranstaltung ist aber erst um 15.00. Es bleibt also noch genuegend Zeit zu ueberlegen, ob man die Buehne lieber innen oder vielleicht doch draussen aufbauen sollte. Gegen Mittag laesst der Regen nach und es wird beschlossen im Freien zu feiern. Der Wettergott meint es gut und schickt im Laufe des Nachmittags sogar noch vereinzelte Sonnenstrahlen, was in China ein gluecksversprechendes Zeichen bedeutet.

Ca. 120 Gaeste werden erwartet, darunter die Geschaeftsleitung aus Deutschland, die Bueroleiter aus HK, Shanghai und Peking, die Consulting Firma, die Baufirma, grosse Kunden, das Government und der Buergermeister von Sanshui sowie der Leiter des Industrieparks Datang.
Die zustaendigen Behoerden muessen eingeladen werden. Man schickt eine Einladung und erhaelt eine Teilnehmerliste zurueck; d.h. der Buergermeister entscheidet, wen und wieviele Personen er mitnehmen moechte. Das hat zur Folge, dass man 2/3 der anwesenden Gaeste gar nicht kennt.

Um genau 15.38 (acht ist in China die Glueckszahl) begruesst der Moderator die Gaeste und bittet die Herren, die eine Ansprache halten sollen, zur Buehne: Stefan, Dr. Haberl, Herrn Schwarz, den Buergermeister und den Vorsitzenden der Kommunistischen Partei von Sanshui. Alle Reden werden vom Englischen ins Chinesische uebersetzt. Es dauert also etwas…
Die Gaeste werden derweil mit Getraenken und Snacks versorgt.

Um 16.08 werden Stefan und der Leiter des Industrieparks zum eye-dotting der Loewen gebeten. Wenn ein Projekt abgeschlossen ist, wird es in China symbolisch damit beendet, dass man in die Augen zweier Loewen mit einem Pinsel Punkte setzt, die den Loewen zum Erwachen bringen und er somit sein Ritual beginnen kann, was dem kuenftigen Unternehmen Glueck und natuerlich Reichtum bescheren soll. Besagte Loewen sind von zwei Menschen gelenkt: Einer bewegt den Kopf, der andere das Schwanzteil.

Anschliessend durchschneiden die Redner feierlich das symboltraechtige Band – die Firma ist eroeffnet! Aus den aufgestellten Kanonenrohren rieselt Konfetti.

Es folgt der Drachentanz. Er wurde erfunden, um die Verbreitung von Epidemien aufzuhalten und entwickelte sich spaeter zu einer Volkskunst. Dort, wo der Drache auftritt und tanzt, schenkt er den Menschen Glueck und Zufriedenheit.
Die auf das klassische China zurueckgehenden Drachen- und Loewentaenze sind ein unabdingbarer Bestandteil vieler Feste.
Somit folgt nun der Loewentanz. Urspruenglich diente er der Anbetung und der Bitte um Regen, den wir ja heute gar nicht wollen. Heutzutage werden diese Taenze nur noch zur Unterhaltung aufgefuehrt. Dennoch soll ihr Erscheinen Glueck und Erfolg verbreiten.

Der wichtigste Teil im Loewentanz ist das Ausspucken von gruenem Salat, welcher das heilige Gemuese symbolisiert. Sobald der Loewe den Salat entdeckt, er haengt versteckt in einer Box an einer hohen Stange, schleicht er sich an, um zu sehen, ob das Gemuese keine Gefahr birgt. Nach dem Testen frisst er den Salat und kaut ihn. Das heilige Gemuese macht ihn wie betrunken, staerkt ihn, aber nach einer Weile spuckt er es wieder aus. Durch dieses Ausspucken versprueht der Loewe das Glueck an die anwesenden Personen. Heute erhaelt Dr. Haberl den Salat.

Die Taenze werden von einigen, fuer europaeische Ohren etwas eigenartigen und vor allem sehr lauten Musikklaengen begleitet. Neben dem Gong ist die Drachentrommel das wichtigste Instrument. Sie gibt dem Loewen den Takt fuer seine Bewegungen vor und vertreibt mit ihrem lauten Klang die boesen Geister.  

Herr Hans Schwarz ist so beeindruckt vom Loewentaenz, dass er aus eigener Tasche Geld spenden wird fuer die Anschaffung zweier Steinloewen, die kuenftig links und rechts das Eingangsportal schmuecken und natuerlich Erfolg bringen sollen - ganz traditionell.

Um die boesen Geister auch wirklich loszuwerden, werden am Ende der Zeremonie um 16.38 noch Feuerwerkskoerper angezuendet. In China versteht man unter einem Feuerwerk eine ohrenbetaeubende Zeremonie. Eine Herausforderung fuer jedes Trommelfell.  

Laut Programm ist nun eine Betriebsbesichtigung vorgesehen. Aber die Chinesen aus Sanshui und Datang sind schon in ihren Bussen verschwunden…
Der Rest stoesst nach deutscher Sitte noch einmal miteinander an, stoebert am Buffet und laesst sich die Raeumlichkeiten zeigen.

Dann aber fahren alle Gaeste nach Sanshui ins Hotel ‘Ever Profit’, wo die verschwundenen Chinesen bereits an ihren Tischen sitzen und warten. 

Nach einer kurzen Begruessungsrede werden um 18.08 die Champagnerflaschen von Herrn Dr. Haberl und Stefan geoeffnet. Zusammen mit dem Buergermeister und Industrieparkleiter fuellen sie die Glaeser, die zu zwei Tuermen aufgebaut sind. Nun wird auch hier ein Toast ausgesprochen und angestossen. 

Um 18.18 wird das, natuerlich chinesische, Essen serviert. Stefan und Dr. Haberl staerken sich schnell mit fetten Haeppchen vom Spanferkel und bilden damit ihre Grundlage fuer das nun folgende ‘Gam Bei’, leere dein Glas. Von Tisch zu Tisch, es sind viele, ziehen sie, um mit jedem einzelnen anzustossen, bzw. auf ex ihr Glas zu leeren. Waehrenddessen geniessen die Gaeste ihr Dinner, plaudern und toasten sich hin und wieder zu.   

Um 20.30 ist der Saal leer und die Feier beendet. Kurz aber heftig!
Ein schoener Tag, eine gelungene Eroeffnungsfeier mit vielen Gluecks- und Segenswuenschen!
Was kann da noch schiefgehen?

25.4.2007

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