Gipsen, nicht so einfach in Guangzhou!

 

 

Ich trage Gips!!! 
Dienstagnacht letzter Woche habe ich mir auf dem Weg zum WC, natuerlich ohne Licht anzumachen, um Stefan nicht zu wecken, den Mittelknochen des Fusses gebrochen, weil ich ein Stuhlbein uebersehen habe! ( :
Am naechsten Morgen bin ich in Guangzhou in eine Privatklinik fuer Expats. Nach dem Roentgen hat mir der Leiter des Krankenhauses, ein sehr netter Peruaner, mit Hilfe dreier Assistentinnen, versucht den Fuss einzugipsen. Moderner Gips, aufloesbar in heissem Wasser. Dazu musste ich mein Bein in einen Putzeimer stellen, der staendig von den Helferinnen mit in Tupperdosen gefuelltem heissen Wasser aufgefuellt wurde. Da die Prozedur ziemlich lange dauerte, sah das Ergebnis dementsprechend aus; d.h. der Arzt entfernte den ersten Versuch und probierte es erneut mit einem klassischen Gips, fuer den wir nur kaltes Wasser benoetigten. Dieser Gips nun loeste sich bereits am ersten Tag so ziemlich in Wohlgefallen auf. Also bin ich am naechsten Tag wieder in die Klinik.
Das Problem war nun das Entfernen des mittlerweile recht harten Gipsrestes. Die Maedels brachten wieder einen Eimer mit Wasser und eine etwas groessere Art von Nagelschere. Es hat gedauert – aber geklappt! Stefan war dabei, hat sich aber nur aufgeregt und es vorgezogen, draussen zu warten.
Den neuen Gips nun empfand ich als ziemlich eng, was zur Folge hatte, dass der Arzt ihn nochmals erneuern wollte. Eigentlich muesste doch aber er als Spezialist wissen, ob der Gips richtig sitzt oder nicht!!! Na ja, ich bin gegangen; d.h an einer Kruecke gehuepft, die Stefan zunaechst meiner Koerpergroesse angepasst hat.
Leider gab auch dieser Gips schon am naechsten Tag wieder seinen Bestand auf!
Auf Empfehlung von Stefans Sekretaerin sind wir also in die beste Sportklinik Guangzhous, no English name, die dementsprechend gut ausgeruestet sein sollte. Ob sie es tatsaechlich ist haben wir nicht herausgefunden : )
Nur Chinesen und wir als Weisse im Mittelpunkt, was ja noch ok war. Ein grosser Raum, ein Schreibtisch, ein Arzt und alle Patienten drum herum – auch das war noch ok. Es handelte sich ja nur um einen Gipsfuss! Der Arzt sprach natuerlich kein englisch! Wir mussten per Telefon durch Stefans Sekretaerin alles uebersetzen lassen.
Was mir nicht gefallen hat und was der Grund war, warum wir das Krankenhaus mit kaputtem Gips wieder verlassen haben, waren die neben mir sichtbar liegenden Notfallopfer von der Strasse. Ich hoffe nur, niemals in eine Situation zu geraten, wo man mich in diese Klinik einliefern muss!!!
So sind wir dann am Samstag nach HK ins Adventist Hospital gefahren, in dem ich einen wunderschoenen blauen Gips plus Schuh, Duschkondom und zwei Kruecken bekam.
4 x Gips in 4 Tagen!!!
Ach ja, der Arzt hier meinte 6 Wochen Gips. Der in HK hat die Zeit auf 3 Wochen reduziert – und das ist doch was!
Haette mir jemand erzaehlt, gipsen sei in China ein Problem, ich haette ihm kein Wort geglaubt! 

22.4.2006

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