Da Fen Painting Village in Shenzhen 

   
   
   
   
   
 

Shenzhen liegt eine Zugstunde entfernt. Weitere 20 Min. mit dem Taxi und man erreicht Da Fen, das Kuenstlerdorf. Dort lassen wir unsere Bilder malen, bzw. nachmalen. Bezahlt wird nach der Groesse der Leinwand, nicht nach der Schwierigkeit des Motives.

Mehr als 12.000 Maler in ueber 300 Werkstaetten exportieren hier jaehrlich ca. fuenf Millionen Oelgemaelde in alle Welt. Dies entspricht vermutlich ueber 50% der weltweiten Produktion mit einem Wert von ca. knapp 30 Millionen Euro. Der ueberwiegende Teil besteht aus Massenfertigung bekannter Meisterwerke, meist dasselbe Motiv in grosser Stueckzahl.

Um in kurzer Zeit grosse Stueckzahlen herstellen zu koennen, werden diese wie am Fliessband hergestellt. Jeder Maler hat eine Farbe und geht von einem Bild zum naechsten, sobald er seinen Teil erledigt hat. Produziert werden diese Kopien von Malern ohne akademische Ausbildung. Abnehmer sind ueberwiegend Waren- und Einrichtungsketten aus Amerika und Europa.

Mittlerweile kommen auch viele Absolventen von der besten Kunsthochschule Chinas nach Da Fen. Diese kreativ arbeitenden Kuenstler erstellen nur wenige Bilder und kommen dennoch auf einen Monatslohn von maximal 1000 Euro. Dies ist zwischen drei und zehn mal mehr, als ein Fliessbandkopierer bekommt. Feste Loehne gibt es hier nicht, bezahlt wird nach der Anzahl der erstellten Kopien. Fuer chinesische Verhaeltnisse reicht das damit verdiente Geld, um gut leben zu koennen. Ein besonderer Anreiz ist fuer viele Kuenstler auch die freie Arbeitszeiteinteilung. Pro Tag schafft ein Akkordmaler zwischen 20 und 30 Bilder.

Obwohl es in China offiziell verboten ist, Kuenstler zu kopieren, die nicht mindestens 50 Jahre tot sind, kuemmert sich kaum jemand darum.